Sonntag, 14. Oktober 2012

Rezension: Messias Maschine - Chris Beckett

In einer fernen, dystopischen Welt besteht die gesamte Bevölkerung der Erde nur noch aus religiösen Fanatikern, Wissenschaftler werden verfolgt. Wissen, Technik und Fortschritt- das sind Dinge, die in dieser Welt verboten sind.
Zufluchtsort für alle Wissenschaftler ist die Stadt Illyria, die einzige Stadt auf der ganzen Welt, in der die Wissenschaft nicht nur erlaubt, sondern höchstes Gut ist.
Einwohner von Illyria ist auch George, ein eher schüchterner Mensch, der noch bei seiner Mutter lebt- diese nämlich verschwindet zunehmend in den nicht realen Gefilden der fiktiven Welt des SenSpace, eine Einrichtung, durch die man aus der realen Welt verschwinden kann und in seine ganz eigene Welt eintaucht.
George verliebt sich. Das Problem dabei ist, dass die Frau, die er liebt, ein Roboter ist. Eine künstliche Intelligenz, ohne jegliche Gefühle.
Doch stimmt das wirklich? Hat Lucy- so heißt der Roboter- wirklich keinerlei Gefühle? Denn es scheinen Anzeichen von Emotionen in ihr aufzutauchen. Gerade das allerdings ist ein Problem: Alle paar Monate werden die Roboter auf Werkseinstellungen zurückgestellt. Und all ihre Gefühle für ihn würden verschwinden.

Als ich das Buch im Laden gesehen hab, erschien es mir so skurril, dass ich es einfach nicht liegen lassen konnte. Was war das für ein Buch? Und warum hatte ich noch nicht davon gehört?
Im Internet habe ich dann nach dem Buch gesucht und ziemlich wenig gefunden, außer der Website des Autors selbst.
Ich habe also angefangen zu lesen; dabei musste ich gleich feststellen, dass der Autor zwar einen leicht experimentellen, aber doch beruhigenden, flüssigen Schreibstil hat. Die Kapitel sind kurz und knackig- hat man eines durchgelesen, schaut man in das nächste Kapitel hinein und denkt sich: "Warum nicht?" und liest weiter. Allerdings ist es nicht so, dass man spannungsgeladen von Seite zu Seite blättert, die Zeilen quasi nur noch überfliegt, weil man wissen will, wie es weitergeht.
Genauso ging es mir mit der Story: Sie ist zwar nicht unbedingt schlecht; die Grundidee überzeugt gänzlich und gerade die Science-Fiction-Welt, die doch nicht wirklich eine SF-Welt ist, finde ich gelungen konstruiert. Doch ist es auch so, dass über die Grundidee heraus nicht sonderlich viel passiert. Es gibt nicht viele Wendungen und auch nicht allzu viele Schockmomente oder Cliffhanger- die Story geht langsam weiter, immer auf dem gleichen, nicht unbedingt hohen Spannungsniveau, und endet dann einfach.
Die Charaktere sind ähnlich: Sie haben zwar ihre charaktertypischen Rollen, aber so wirklich lebendig werden sie nicht. Der Autor scheint versucht zu haben, den Charakteren Glaubwürdigkeit zu geben, aber nicht unbedingt jede Handlung passt zu den jeweiligen Rollen, vielmehr erscheinen die Personen überzogen, wie aus einem Comic.

Insgesamt also ein Buch, das als Lückenfüller recht gut zu lesen ist, einen netten Zeitvertreib darstellt, aber nicht unbedingt der Knaller ist. Wer dieses Buch nicht gelesen hat, hat nichts verpasst.

3 von 5

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